Führung mit Interesse an Menschen

Kürzlich habe ich die Messe “Personal+Weiterbildung” in Wiesbaden besucht. Dort gab es einen schönen Workshop zum Thema Führung. Zu Beginn wurde erarbeitet, was Führung (von Mitarbeitern) eigentlich ausmacht, wie man gute Führung definieren oder beschreiben könnte. Die Teilnehmer brachten eine Menge gute Ideen, z.B. klar zu delegieren oder Feedback zu geben.

Es dauerte ungelogen 15 Minuten, bis die Gruppe auf den Gedanken kam, dass “Interesse an Menschen” bei der guten Führung sehr weiterhelfen könnte. Das hat mich erstaunt, weil ich persönlich glaube, dass dieser Aspekt sehr bedeutsam ist.

Mit Interesse an Menschen ist natürlich nicht gemeint, den ganzen Tag über Privates zu plaudern oder seine Mitarbeiter laufend alltagspsychologisch zu analysieren. Es geht mehr darum, die Menschen, mit denen man da jeden Tag arbeitet, ein bißchen besser kennenzulernen, ihre Motivatoren und Interessen und auch Stärken und Schwächen zu kennen.  Meine Erfahrung ist, dass Führungskräfte, die das tun, oftmals erhebliche Loyalität von ihren Mitarbeitern ernten, weil diese sich ernst genommen, gesehen und wertgeschätzt fühlen, wenn Ihr Vorgesetzter individuell auf sie eingeht. Sicherlich ist es hierbei wichtig, auch zu beachten, wenn ein Mitarbeiter zurückhaltend ist und wenig persönlichen Kontakt wünscht, so etwas sollte man respektieren. Eine gewisse Sensibilität gehört natürlich dazu.

Ich erlebe oftmals, dass Mitarbeiter ein Unternehmen verlassen und dies dann nur damit begründen, dass das andere Angebot besser war. So etwas glaube ich in den seltensten Fällen. Denn Gespräche mit anderen Unternehmen führt man doch nur dann, wenn man nicht ganz zufrieden ist. Diese Gespräche liegen üblicherweise lange vor dem besseren Angebot. Oftmals entsteht die Unzufriedenheit eher aufgrund der Zusammenarbeit mit dem Vorgesetzten oder auch durch die Aufgaben. Wenn man eine gute Beziehung zu seinen Mitarbeitern hat, merkt man so etwas, bevor diese kündigen.

People join companies, but leave managers.

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